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Die ROCK'N'ROLL - KOLUMNE von Michael Karker

Eure Stimmen

Michael Karker, geb.1968

Bassist der Rockschulband BLUESATOR, Besitzer von weit über 2000 CDs, bekannt für detaillierte Musikrezensionen,

trockenen Humor und bissige bis pessimistische Kommentare.

Das Foto entstand während der

von Michael geführten Rockschul- Pubtour in London im April 2009.

Sein Kommentar zum Foto:

'Warum habe ich auf fast allen Fotos, die von mir existieren ein Bierglas in der Hand? Zum Glück nicht auf dem im Führerschein!

Das Rätsel reiht sich zwischen

Atlantis, Stonehenge und dem

Yeti ein...'

 

Die besten Sprüche

Laut Terry Pratchett sind Leute,

die 3 Ausrufezeichen in einem 

Satz benutzen, verrückt. 

Ich steh dazu!!!

Mist, ich habe gerade das Anfangsriff von 'You shook me all night long' (AC/DC) im Radio nicht erkannt. Ich war gedanklich bei den

Stones...bis der neue Sänger einsetzte... Zeit für's Wochenende!

Wie sagte schon Sepp Herberger:
die CD ist rund, 11 Musiker sollt ihr sein und die Single hat 3 Minuten.

11 Musiker?

Es können auch 3, 4 oder 5 sein,

macht zusammen 12, davon ist einer Drummer, also 11 Musiker!

 

 

 

 

Hier alle Episoden unserer Rock'n'Roll - Kolumne. 

Einfach anklicken! Viel Spaß!!

 

1)  Kinderfrüherziehung mit Onkel Alice

2)  Das Märchen vom König des Pop

3)  Park-Kult-Tour

4)  Jugendfestival Courage 

5)  Ideenklau Teil 1

6)  Ideenklau Teil 2

7)  Musik-TV

8)  LaLüLaLa-Gig

9)  Sitzklatschpublikum

10) Weihnachten naht!

11) Lieblingsband

12) Altrocker

13) Charts

 

 

FOLGE 1

Kinderfrüherziehung mit Onkel Alice

Ich habe letztens eine Alice Cooper-Live-DVD erhalten : 'Trashes The World'

Vorne der (neue) FSK-Aufdruck : ab 0 Jahre freigegeben !!!

Dass Alice nicht mehr so schockt wie in den Siebzigern ist klar, aber einem Dreijährigen würde ich die DVD nicht zeigen.

Geboten wurde das volle Programm : die böse Krankenschwester wird erdrosselt, dem weiblichen Gangmitglied die Kehle durchgeschnitten, die Leiche angesungen, natürlich die Guillotine eingesetzt und der abgeschlagene, blutverspritzende Kopf ins Publikum gehalten.

Hmmm, kommt gut nach den Teletubbies und der Sesamstraße.

Das Enthaupten wird präsentiert vom Buchstaben 'A'. Nochmal !!! Nochmal !!!

Da frage ich mich allen Ernstes, was die FSK-Einstufung soll, wenn sich anscheinend (seit 2004, dem Erscheinungsdatum) niemand die DVD angesehen hat. Aber WICHTIG, dass der Aufdruck groß und auffällig abgebildet ist.

Die Jugend muss ja geschützt werden.

Schnarchnasen sind KEIN Rock'n'Roll !

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FOLGE 2

Das Märchen vom König des Pop

In einem Land, weit weit entfernt, lebte einst der König des Pop. 

Er war unglücklich, denn seit zwanzig Jahren wollten ihm keine Hits mehr gelingen und alles, was von ihm berichtet wurde, waren Skandale und Gerüchte. 

Als es ihn wieder einmal grämte, dass sein Ex-Schwiegervater, der König des Rock'n'Roll, mehr Schallplatten und CDs verkaufte als er selbst, 

kam er plötzlich auf eine Idee.

Er ließ seine Herolde im ganzen Land verkünden, dass der König tot sei.

Darauf erhob sich ein großes Wehklagen im Volk, das sofort begann, den Verblichenen durch Kauf seiner Erzeugnisse (auch der schlechten) zu ehren und ihm zu gedenken.

Auch wurde die Musik des Königs nun den ganzen Tag in den Radio- und Fernsehanstalten gespielt.

Den König freute dies alles sehr, denn da er nun offiziell verstorben war, mussten die Einnahmen durch Verkäufe und Lizenzen nicht mehr zum Begleichen seiner Schulden dienen, denn:  Ein Toter zahlt nichts mehr.

Auch der Vorwurf, er hätte die Kinder seines Landes zu sehr geliebt, 

wurde nunmehr zu den Akten gelegt.

Dem König wurde froh ums Herz und begann, das nun üppig fließende Geld in den Surfshop auf Hawaii, den sein Ex-Schwiegervater und der Gott der Gitarre seit ihrem offiziellen Ableben betrieben, zu investieren.

Und so lebte er weiter glücklich bis zu seinem Ende.

Und da das Ganze nur ein Märchen ist und keinerlei Bezug zur Wirklichkeit hat, können die bösen Anwälte des Königs dem Märchenerzähler nichts anhaben und ihm vorwerfen, er hätte alles verraten ...

Und nebenbei : Anwälte sind KEIN Rock´n´Roll !

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FOLGE 3

Park-Kult-Tour

Die Park-Kult-Tour am 11. Juli 2009 im Parkhaus Duisburg-Meiderich hat einige Erkenntnisse gebracht :

a)   Gary Moore spielt und singt vielleicht nicht mehr wie ein junger Gott, aber zumindest wie ein alter Ase (nordische Gottheit aus dem Kreuzworträtsel mit drei Buchstaben). Man muss allerdings berücksichtigen, dass der Mann seit den Neunzigern den Blues hat und auf die Hardrockklassiker aus den Achtzigern verzichtet. Ansonsten ist die Enttäuschung groß.

b)    Kurze, schnellere, härtere Bluesstücke kommen gut rüber. Die langsameren Stücke wären auch ganz gut, wenn nicht ...

c)    Ein 15-Minutengitarrensolo wird auf Dauer langweilig. Das zweite 15-Minuten-Gitarrensolo nervt. Beim dritten 15-Minuten-Gitarrensolo setzt der natürliche Fluchtinstinkt ein. So konnte man die Zuschauer wirklich in zwei Lager einteilen. Die einen lauschten verzückt jedem Saitenanschlag, die anderen verließen genervt den Platz.

d)    Vielleicht kann mich der eine oder andere Gitarrist aufklären, aber ist es inzwischen gesetzliche Pflicht geworden, bei JEDEM Stück die Gitarre zu wechseln ?

e)    Noch ein paar Hinweise für die anderen Bands : wenn ich Pop spiele, brauche ich in meinen Songs Killermelodien.

f)     Wenn ich Rock´n´Roll spiele, brauche ich in meinen Songs Killermelodien.

g)    Wenn ich Gary Moore heiße und Blues spiele, ... – ääh, das sollte der Mann selber wissen.

h)    'The Number Of The Beast' im Easy-Listening-Stil auf zwei Akustikgitarren gespielt, trifft genau meinen Humor.

i)      Ein Tip für die Damenwelt : Pfennigabsätze sind nicht ideal für ein Open-Air,   vor allem, nachdem ein Platzregen den Rasen aufgeweicht hat.

j)      KÖNIG Lemon  ist kein Rock´n´Roll  

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August 2009

FOLGE 4

Jugendfestival Courage

So kann es gehen ...

Da findet am 5. September im nahen Kleve das „Courage 2009“ statt und die gesamte Vorberichtserstattung geht an mir vorbei. Dabei tritt doch die Elite der deutschen Musikszene auf : Daniel Schuhmacher, Queensberry, Mark Medlock, Aloha From Hell u.v.w.m.

Bei dieser Ansammlung geballter Kreativität und in Hinblick auf die Künstler früherer Jahre wie Jimi Blue Ochsenknecht, BeFour, Monrose oder US5 ist es sehr schwer, die Steilvorlage für einen Verriss zu verpassen.

Das Ganze findet auch noch unter dem Motto „Für Toleranz – gegen Gewalt“ statt. 

Vor meinem geistigen Auge zogen schon in Mark Medlock-Shirts gekleidete Massen wie Uruk-Hai mit einem „Mamacita“ auf den Lippen plündernd und brandschanzend durch das Land.

Nur : der Erfolg beim jugendlichen Publikum gibt den Veranstaltern Recht. 

Rund 10.000 Zuschauer sprechen eine recht deutliche Sprache. Wobei die eigentliche Zielgruppe, nämlich die intoleranten, gewaltbereiten Jugendlichen von den vorher genannten Interpreten sicherlich nicht angelockt werden.

Vorbildlich ist hingegen, dass es sowohl Stände auf dem Festival wie auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme per E-Mail gibt, an die sich Kinder und Jugendliche wenden können wenn sie Probleme haben.

Denn Kinder in Not im Stich lassen, ist bestimmt kein Rock´n´Roll!

 

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FOLGE 5

Ideenklau Teil 1

Es ist gar nicht so leicht, eine originelle Idee zu entwickeln. Da es sogar schon im Rockschul-Umfeld Usus ist, Band-T-Shirts zu besitzen, kam mir der Gedanke, ein Tourshirt zu entwerfen.

„Bluesator Welttour 2009“ und darunter genau EIN Termin. Hey, sogar im Goldenen Buch des Rock´n´Roll steht nicht geschrieben, aus wie vielen Auftritten eine Tour mindestens besteht und dass Hamminkeln, Rees oder sonst ein Ort auf der Erde liegen, wird ja wohl von keinem bezweifelt. Leider stand in absehbarer Zeit kein Gig an, so dass ich die Idee nicht verwirklichen konnte.

Doch was musste ich vor kurzem lesen : “Im Rahmen der Veröffentlichung ihrer neuen CD fand die „One-Night-Only-World-Tour“ in London statt ...“ 

Immerhin : ich darf mich gebauchpinselt fühlen, denn die Ideenklauer sind die größte Rockband aller Zeiten : SPINAL TAP !

Nur habe ich jetzt das Problem, mir was Neues einfallen zu lassen. 

Denn Kopieren ist KEIN Rock´n´Roll !

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Kurzer Zwischenruf zur Folge 1...

Tja, die Wege der FSK sind unergründlich.
Alice Cooper erhält eine Freigabe ab 0 Jahren, die Videosammlung von The Human League allerdings eine ab 6 Jahren.
80er-Jahre-New-Wave ist halt echt gefährlich. Obwohl : die ganzen Black Metal-Pandafressen sollten sich ein Vorbild an Phil Oakey nehmen. 

DAS Outfit war wirklich gruselig !!!

 

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FOLGE 6

Ideenklau Teil 2

Keine Idee ist zu blöd, dass sie nicht realisiert wird.

Es war einst in einem Spanienurlaub, wo das Thema auf einen Radiobeitrag kam, in dem der Sänger erzählte, dass er den folgenden Song nach der Trennung von seiner Freundin geschrieben hatte : das übliche Schmusibusi-Liedchen.

Hmmm, bei mir hätte das Ganze etwas anders geklungen : 

„Das folgende Lied habe ich geschrieben, als meine Freundin mich verlassen hat. Es heißt „Kill, Kill, Die, Die !!!““

Tja, die Kunst imitiert halt das Leben. Kurz darauf erschien im Metal Hammer ein Bericht über eine Black Metal - Band, auf deren Namen ich nicht mehr komme, deren Logo aber aussah wie ein Teller Spaghetti. 

Und was konnte man bei einem Stück hören ? „Kill, Kill, Die, Die“-Rufe !

Da muss damals in Spanien irgendjemand ganz spitze Ohren gemacht haben ...

 

Leider klappt das Spiel nicht immer. Auf der Manowar-CD „Warriors Of The World“ erschien mit „Nessun Dorma“ ein Klassikstück, weil mal irgendjemand gesagt hatte, Eric Adams könnte keine Opern singen.

Darauf hin habe ich behauptet, Joey DeMaio könne auf seinem Bass nicht 

„Alle meine Entchen“ spielen. Und was ist passiert ? NIX !!! 

Da scheint jemand wirklich Angst zu haben, sich zu blamieren.

Ducklings of the world – UNITE !!!

 

WIMPS UND POSER sind KEIN ROCK'N'ROLL !!

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FOLGE 7     

August 2009   

Musik-TV

Es klingt heutzutage wie eine Geschichte aus dem Reich der Märchen, Mythen und Mysterien, aber die Ältesten werden sich vielleicht noch dran erinnern :einst, in sagenumwobenen Zeiten haben Musiksender im TV noch Musik gespielt !!!

Fast eine Stunde lang, Video auf Video, ohne Werbeunterbrechungen zwischendurch. Mit kurzen Ansagen, ohne nervtötende Schnatterlinchen. Ohne die Möglichkeit, bei einem nicht kontrollierbaren System anzurufen und kostenpflichtig für einen Clip zu „voten“. Ohne die Möglichkeit, der Menschheit lebenswichtige Mitteilungen per SMS wie „HALLO“ oder „ICH LIEBE DICH“ durchzugeben. Ohne furzende Frösche oder reihernde Elche, die versuchen, überteuerte Klingeltöne an den Mann oder die Frau zu bringen.

Ohne irgendwelche Soaps, Kinder- oder Zeichentrickserien, die bereits auf anderen Sendern totgedudelt wurden. Ohne angebliche Reality-Shows, die sowohl komplett gestellt sind als auch alle Beteiligten als hirnlose Volltrottel präsentieren. 

Was würde ich für einen Fernsehsender geben, der nicht nur die ihm genehmen „Stars“ spielt oder die ihm von der Musikindustrie vorgegebenen neuen „Superstars“, die in einem Jahr keiner mehr kennt.

Man darf ja mal träumen. Bis dahin steht fest : MTVIVA ist kein Rock´n´Roll !

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FOLGE 8

'Lalülala-Gig' am 24.10.09

November 2009

Bluesator hatten die Ehre und das Vergnügen, in der Gaststätte „Zur Glocke“ in Bocholt auf Einladung der Mädels von Falten/Rock zur Einweihung ihres feuer(wehrauto)roten Bandmobils zum Tanz bzw. kollektiven Kopfnicken aufspielen zu dürfen.

Leider mussten wir an dem Tag als Powertrio auftreten. Während Bands wie Iron Maiden Konzerte absagen, wenn einer von drei Gitarristen ausfällt, spielten wir, obwohl bei uns die Hälfte der Gitarristen und die Hälfte der Sänger fehlten. Wir sind auch keine Pussies ! Es war ein Auftritt wie ein Mike Tyson-Boxkampf : kurz, aber voll inne Fresse!

Leider konnten wir nur vier Songs zum Besten geben, so dass wir sogar technische Probleme benötigten, um die Auftrittszeit zu verlängern. Hatte jemand das Gitarrenkabel sabotiert und hat es einfach die volle Ladung R´n´R nicht ausgehalten ?

Es war Leben auf der Bühne, sogar ich als Bewegungslegastheniker habe den Fotografen kaum Möglichkeiten für eine gelungene Aufnahme geboten. Platz auf der Bühne hat auch seine Vorteile …

Dem Publikum hat´s auf jeden Fall gefallen, wir haben Spaß gehabt und sogar die ersten Talentsucher haben Kontakt aufgenommen. Mensch, das 20 Jahre früher und die Karriere wäre gerettet gewesen. Aber : wer zu spät kommt, den bestraft das Leben und über verpasste Chancen jammern ist kein Rock´n´Roll.

… könnte man aber einen Blues draus machen !

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FOLGE 9

November 2009    

Sitzklatschpublikum

Seit dem River Cruise am 13.09.09 steht fest : das Sitzklatschpublikum hat den Rock´n´Roll erreicht.

Das Phänomen trat zuerst bei den Lustigen Volksmutanten aus, wo die Beteiligten gemütlich sitzend ihre Zustimmung kundgetan haben. Leider wurde dieser Virus durch hippe Trendsetter wie Florian Silbereisen auch unter Jüngeren verbreitet.

Früher war Rock´n´Roll Rebellion gegen das Establishment. Sitzen war für´n Ar…m.

Da wurde auch mal an einem Festivaltag 10 Stunden am Stück gestanden. Ja gut, das habe ich nie geschafft, aber zumindest hat man dort verschämt Platz genommen, wo es den Interpreten nicht unangenehm aufgefallen ist.

Heutzutage ist es egal, ich hab es bequem, sollen die Leute auf der Bühne sich doch einfach mal etwas anstrengen. Here we are now, entertain us !

Leute, wo soll da die Energie fließen ???

Gut, lieber Sitzklatschpublikum als keine Zuschauer, denn mal ernsthaft : leere Säle sind kein Rock´n´Roll.

P.S. : Sobald bei Metallica geschunkelt wird, höre ich nur noch Klassik !!!

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FOLGE 10

Weihnachten naht ! 

Es gibt ein untrügliches Zeichen, neben Lebkuchen in den Geschäften und vermehrtem Zipfelmützenträgervorkommen in der Werbung, dass die Weihnachtszeit naht :

im Radio werden fast ausschließlich Balladen gespielt.

Natürlich in Hinblick auf die mögliche Weihnachts-Nummer-Eins in den Charts.

Dass die meisten Stücke unter aller Kanone sind und vom Wham-Klassiker „Last Christmas“ in Sachen Rockigkeit gnadenlos überboten werden, ist äußerst bedenklich.

Ist Weihnachten nicht eigentlich eine fröhliche Angelegenheit, die auch entsprechend gefeiert werden sollte ? Wie paßt da ein x-beliebiges Schmusibusimusi-Stück hinein ?

Nichts gegen Besinnlichkeit am Heiligabend, aber wenn einem bei dieser Dauerberieselung der Glühwein hochkommt, ist der Tag auch verdorben.

Dann lieber Billy Idols „Yellin´ at the xmas tree“ auf Dauerrotation.

Denn unterm Weihnachtsbaum einnicken ist kein Rock´n´Roll !

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FOLGE 11

Lieblingsband

... und so ergibt es sich im Reifeprozess des Menschen, dass eines Tages – 

bei manchen früher, bei anderen später - die Erkenntnis aufkommt, dass eine 

Lady Gaga sich nicht deswegen verkauft, weil sie eine begnadete Pianistin, Songschreiberin oder herausragende Sängerin ist, unabhängig davon, ob Künstler wie sie diese Attribute sogar erfüllen.

So macht der Mensch sich auf, auch außerhalb der Top 10 Bands zu suchen, die ihn musikalisch und emotional ansprechen.

Jetzt tritt das nächste Phänomen auf : dieses Kleinod wird geschützt. Nur die besten Freunde werden eingeweiht und dürfen dem Vergnügen teilhaben. Es kommt fast zu kultischen Verehrungen. Früher war vielleicht Clapton Gott; im Laufe der Zeit hat sich nunmehr ein Triumvirat geringerer Götter gebildet. Die Lieblingsband wird gegenüber sämtlichen Angriffen oder auch nur gegenteiligen Meinungen beschützt.

Doch es kann zum größten Verrat unter allen kommen : die Lieblingsband wird erfolgreich. Der angebliche kommerzielle Ausverkauf  erschüttert den Glauben in den Grundfesten. Wie in einer fehlgeschlagenen Beziehung wandelt sich Liebe in Hass, 

mit dem Unterschied, dass eine Aussprache unmöglich ist.

Doch mit etwas Glück befindet sich irgendwo auf dieser Welt eine hoffnungsvolle junge Kapelle, die den verwaisten Thronplatz einnehmen kann.

Mein Rat : Leute, locker bleiben. Stay creamy !

Verbissenheit ist nun wirklich kein Rock´n´Roll.

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FOLGE 12

Das Alter kommt …

Woran erkannt man, dass Leute alt werden ?

Man muss jemandem einfach die Frage stellen, ob er/sie mit auf ein Musikfestival kommen möchte, für ein paar Tage, schön mit Camping.

Es gibt durchaus sachliche Gründe, nicht zu wollen : zu teuer, zu voll, zu weit weg, zu uninteressant.

Im Laufe der Jahre kommen aber noch ganz andere Argumente :

-       „Ich habe keinen Bock auf Zelten.“

-       „Da gibt es nur Dixis …“

-       „Ich bekomme auf einer Luftmatratze immer Rückenschmerzen. Ich brauche ein   Hotelbett.“

-       „Drei Tage ohne Duschen ???“

-       „Und was ist, wenn es regnet ?“

-       und natürlich der Klassiker : „Da ist es zu heiß und zu staubig.“

Wenn man dann in der Zeitung liest, dass Tokio Hotel-Fans eine Woche vor einem Konzert wild campieren, ohne sanitäre Anlagen o. ä., steigt einem langsam die Schamesröte ins Gesicht.

Wo soll das alles enden ?

Ich schlage gemütliche Sofas direkt vor der Bühne vor, eine Beschallung in Zimmerlautstärke und gratis Blasentee, der an den Sitzplatz gebracht wird. 

Ein Traum, oder ???

Nur leider ist das nun wirklich kein Rock´n´Roll … 

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FOLGE 13

Charts

Vor kurzem hatte unser Hoffnung für Oslo, Lena Meyer-Landrut, gleichzeitig drei Songs in den ersten fünf Plätzen der deutschen Top 40.

Eigentlich seltsam, da nur „Satellite“ offizielle Single ist und somit die CD-Verkäufe nur für dieses Stück gelten. Die TV-Auftritte mit den beiden anderen Songs fanden ebenfalls bereits vorher statt.

Was bleibt also übrig ?   Downloads !

Aaaaaaaber …

Laut ihren eigenen Regeln achtet Media-Control, die für die Ermittlung der deutschen Charts verantwortlich sind, darauf, dass nur als Singles deklarierte Musikstücke in die Charts kommen. Ist im Falle von Downloads auch sinnvoll, da ansonsten komplette Alben mit acht oder zehn Songs in den Singlecharts erscheinen würden.

Warum gelten also die beiden „Füllstücke“ der Single als eigenständige Songs ?

Und als zweiter Punkt : wer kontrolliert die Anzahl der Downloads ?

Früher, als nur Singles (später auch in CD-Form) existierten, war es nicht ganz ungewöhnlich, dass Plattenfirmenmitarbeiter schon mal ihre eigenen Produkte im Laden gekauft haben, um Chartplatzierungen für ihre Schützlinge zu erreichen. 

Nur fiel es da auf, wenn jemand plötzlich 100 gleiche Tonträger gekauft hat. Diese Manipulationen wurden logischerweise (allerdings nur, wenn sie auffielen) bei den Verkaufszahlen nicht berücksichtigt.

Bei Downloads ist das Ganze unübersichtlicher. Mal eben 50 Profile anlegen, ein Lied bei 20 Downloadportalen ordern und - schwupp – hat man ein Stück in den Top 100.

Aber auf so Gedanken kommt ja keiner. Die Kosten für 1000 Downloads sind auch nicht niedriger als eine (wie auch immer geartete) Werbekampagne.

Ein Schuft, wer Böses dabei denkt …

… und betrügen ist nun wirklich kein Rock´n´Roll...

 

 

 

Wir sind neugierig...

Mailt uns Eure Meinung zur neuen Kolumne.Los !!

info@rockschule.de

Eure Stimmen werden hier veröffentlicht falls Ihr das wünscht

Ey Michael, Dein Geschreibsel ist echt mega - würde gerne öfter was von Dir lesen...und das Bierglas hältst Du doch immer nur für Marcoach, der derweil Fotos von Dir macht;)))

Go ahead & make my day!

Edda von FALTEN/ROCK

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Frederik P. 'coole Sache!'

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Christian H. 'Vielleicht bin ich dafür noch zu jung um mich für dieses Thema zu interessieren, muss man

sehen was noch kommt.

Sonst super Idee!'

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Arian D. 'mein gott wie gut das ist!'

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Dr.Pink 'cool, schreibt er jetzt öfter?'

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Beate G. 'Meinen Respekt, Michael,

großartig geschrieben. Ich freue mich

auf mehr!'

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Anni von FALTEN/ROCK:

'Absolut genial geschrieben, watt hab

ich gelacht- ich liebe den Karker-

Sarkasmus! Dass solch vermeintlich

stille wirkende Menschen immer so

etwas ausbrüten...göttlich!'

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Michael himself: 'wieso habe ich auf den Fotos auf der Falten/Rock-Seite wieder ein Bierglas in der Hand ?
Ich hatte auch drei Colas !
Da läuft irgendwo eine Diffamierungskampagne, da bin ich mir inzwischen sicher ...

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Jan von HEAVYCOPTER:'

Lustig und genial geschrieben. Und natürlich ist das NUR ein Märchen:) Wo er die Geschichten nur hernimmt....hmmm'
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